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Trauergefühle - Freude

Einfach mal wieder lachen und auch schöne Momente genießen können - oft fühlt sich das die ersten Male nach dem Tod eines geliebten Menschen falsch an und die Sterneneltern berichten oft, dass sie fast ein schlechtes Gewissen hatten, wieder Lachen, Freude oder Genuss zu spüren. Das kann ich gut verstehen und erinnere mich selbst noch daran, wie ich nach dem ersten Lachen richtig zurückgeschreckt bin. Aber es gehört dazu zur Trauer wie alle anderen Gefühle auch. Es ist gesund, den Verlust in seiner ganzen Tragweite nicht ohne Unterbrechung begreifen zu können und zu wollen und nach und nach auch wieder Freude zulassen zu können und mit den unterschiedlichen Sinnen genießen zu können. Manche nennen die Momente auch Ruheinseln von der Trauer. In unseren Kursen und Sternenelterntagen wird oft und viel gelacht. Vor allem in der Mittagspause oder nach der Stunde und besonders dann, wenn sich alle schon gut kennen. Manchmal höre ich die Erleichterung: „hier darf ich lachen, ohne dass die anderen denken, alles wäre wieder gut“ Ja, denn Lachen oder sich freuen bedeutet eben nicht, dass wir nicht mehr trauern. Es braucht keine Tränen, um Trauer zu beweisen. Alle möglichen Gefühle machen den Trauerprozess aus. Und ganz wichtig: Lachen oder sich freuen können sagt auch nichts aus über die Intensität der Erinnerung oder Liebe zu unserem Kind. Der Verlust wird dadurch nicht geschmälert und wir brauchen kein schlechtes Gewissen haben, sondern dürfen die schönen Momente annehmen, wenn sie da sind und sicher sein, dass all die Gefühle im Trauerprozess - die erwünschten und unerwünschten- kommen und gehen, aber ein Gefühl wird alle überdauern, nämlich die Liebe zu unserem Kind.

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