Trauern und Leben

 

»Es ist die Liebe. Die Liebe. Und immer wieder die Liebe, die mich durch diese Ausnahmezeit meines Lebens getragen hat. Die mich bleiben ließ, als ich weglaufen wollte, die mich durchleben ließ, als ich nichts mehr fühlen wollte, die mich lieben ließ, als ich nur noch verzweifelt war. Und auch heute ist es die Liebe, die mich trägt.“

 

Beatrice von Moreau: Willkommen und Lebewohl


Wir wollen euch ermutigen, die Trauer zu integrieren. Auch wenn euch vom Umfeld vielleicht suggeriert wird, dass es „weitergehen muss“. Ja, es geht weiter, und zwar mit dem geliebten Kind dabei. Dafür dürft ihr einen Weg finden und dieser Weg darf auch dauern, er darf anstrengend sein aber er darf zwischenzeitlich auch immer wieder leichter sein. Auf dem Weg dürft ihr Pausen machen, zurückschauen, nach vorne schauen, wie es für euch in diesem Moment passt.

 

Wir wollen euch gerne die verschiedensten Gefühle vorstellen, die euch auf diesem Weg begleiten können. Wir zeigen euch, welche kleinen Erinnerungsmomente und Rituale es geben kann. Wir ermutigen euch, die Liebe zu eurem Kind zu spüren. Die Liebe darf wie eine kleine Laterne sein, ein Licht, das euch begleiten darf.

 


Kreativität

 

Ein ganz wichtiges Werkzeug rund um einen Verlust ist es, in die Handlungsfähigkeit zu kommen.

 

Zu spüren, dass man Dinge auch in der Hand hat, selbst gestalten kann, entscheiden, lenken.

 

Eine Möglichkeit ist es, kreativ zu werden, etwas zu „tun“.

 

Der Trauer Ausdruck geben.

 

 


Rituale

 

Auch Rituale sind deshalb so wertvoll: kleine oder größere Gesten, die sich vom Gewöhnlichen abheben.

 

Rituale schaffen Verbindung. Sie geben Halt, wo Worte fehlen. Sie machen sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: die Liebe zu einem Kind, das gegangen ist, bevor es bleiben durfte.


Gefühle

 

Trauer ist bunt - Trauer ist laut und chaotisch - Trauer ist vielschichtig und Trauer ist individuell.

 

In der Gesellschaft verbinden wir Trauer eher mit der Farbe Schwarz - dunkel und einsam. Und natürlich ist Schmerz, Traurigkeit, Verzweiflung ein Teil der Trauer.

 

Aber eben nur ein Teil. Es kann helfen, wenn man weiß, dass das alles dazugehört: da kann Wut sein, Erschöpfung durch die Trauer, Dankbarkeit für eine gute Begleitung oder den Partner, in den allermeisten Fällen auch Schuldgefühle, vielleicht Scham, oft aber auch Stolz, Hoffnung und Liebe für das Sternenkind.