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Trauergefühle - Schuld

Ich hab mir diese Woche viel Gedanken gemacht zum Thema Schuld und auch in der Supervision darüber gesprochen. Und mir ist klar geworden: Schuldgefühle gehören dazu. Sie dürfen sein und sie haben ihre Berechtigung. Jedes Sternenelternpaar erlebt dieses Gefühl mal mehr oder weniger ausgeprägt. Gerade auch, wenn keine medizinische Ursache für den Tod gefunden werden konnte, versuchen wir Menschen automatisch, weiter nach einer Ursache zu forschen und suchen die auch bei uns selbst. „Hätte ich die Hebamme früher anrufen müssen?“ „ War ich zu gestresst in der Schwangerschaft?“ „Habe ich mich überanstrengt?“ „Hätte ich öfter zum

Frauenarzt gehen sollen?“ Diese Liste lässt sich endlos weiter führen. Für manche Eltern ist diese

Frage schnell abgehakt und manche beschäftigen sich länger damit. Ich finde es wichtig, diese

Gedanken immer zum Ende zu denken und nicht als wirres Knäuel im Gedankenkarussell fahren

zu lassen. Und meist findet auch jeder und jede eine innere Stimme, die sagt, „nein es war nicht

deine Schuld“. Und beide dürfen miteinander reden. Die Schuldgefühle erzählen ja auch davon,

wie gern man alles getan hätte, um das Baby zu retten. Sie erzählen von einer unbegreiflichen

Ohnmacht und Hilflosigkeit. Sie haben ihre Berechtigung und wir dürfen sie anschauen und all

ihre Aspekte betrachten, was sie uns sagen wollen. Und dann, wenn sie ihre Würdigung und

Aufmerksamkeit bekommen haben, dann dürfen sie auch wieder gehen.

 

Kennt ihr das mit den Schuldgefühlen?

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