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Trauergefühle - Liebe

Erst gestern haben wir im Kurs die Geschichte aus dem berührenden Buch "Als Frau Trauer bei uns einzog" gelesen.
Danach haben die Teilnehmerinnen ihre Frau Trauer und alle Gefühle, die sie in der Trauer kennengelernt haben, gemalt.
Und egal welches Bild man angeschaut hat - neben all den dunklen Farben und Gestalten, die da zu sehen waren. Eines war allen gleich: die Liebe war sichtbar. Die Liebe zu ihrem Kind. Manchmal sogar als helles Licht, das das ganze Bild bedeckt.

Wir erleben z.B. Betroffene, die das erste Mal Eltern geworden sind und von der Überraschung berichten, wie intensiv und noch mal größer als alles bisherige sich die Liebe zu einem Kind anfühlt.

Die Liebe ist das, was im Laufe des Trauerprozesses „herausgeschält“ wird, die bleibt, wenn Schmerz, Wut und Verzweiflung kleiner werden. Die Liebe bleibt, wenn die Trauer geht und nur noch zu Besuch kommt. Aber die Liebe ist auch die Grundlage für unsere Trauer, denn nur, weil wir unsere Kinder so lieben, verspüren wir auch so großen Schmerz über ihren Verlust.

Für Außenstehende ist das manchmal schwer zu begreifen. Gerade wenn die Schwangerschaft noch nicht so lange bestanden hat, denkt kaum jemand daran, dass dieses kleine Menschenkind schon so geliebt wurde, dass es erwartet und erhofft wurde. Für das Umfeld war dieser geliebte Mensch noch nicht sichtbar und greifbar.

Manche Eltern wissen nicht wohin mit all der Liebe, die scheinbar ins Leere läuft. Dann ist es gut, Ausdrucksmöglichkeiten für diese Liebe zu finden durch Schreiben, etwas gestalten, ein Ritual... Liebesarbeit finde ich dafür einen schönen Begriff.

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