Wie reagieren Eltern direkt nach ihrem Verlust? Gibt es „gute“ Reaktionen? Wie gehen wir damit um?
Wie so oft: es ist individuell. Es ist individuell, was Menschen hilft.
⭐ Denken hilft.
⭐ Gefühle helfen.
⭐ Handeln hilft.
⭐ Abstand und Vermeiden hilft.
Alle diese Erstreaktionen brauchen erstmal Platz und Raum: einer Person, die so einen großen Handlungsbedarf hat, hilft es nicht, den Satz „Sie müssen erstmal gar nichts tun“ gesagt zu bekommen. Sondern die Möglichkeit, sich auszudrücken, zu entscheiden, zu gestalten. Andere müssen erstmal aus der Situation gehen und eben Abstand finden, vielleicht etwas ganz banales tun: einkaufen, das Auto waschen. Hier hilft es, den Eltern Zeit zu geben, ihnen die Möglichkeit geben, sich darauf einzulassen. Andere Menschen brauchen klare Informationen und sortieren diese erstmal auf einer kognitiven Ebene. Erst dann können sie in ein Fühlen kommen. Oder eben andersherum.
Danke an die Klinikseelsorgerin Hildegard Wörz-Strauß, die diese möglichen Reaktionen (nach Smeding 2002/2002) in ihrem warmherzigen Buch „Und was kommt danach? - Begleitbuch bei Tot- und Fehlgeburt“ sehr eindrücklich beschreibt.
Das Wissen um diese Erstreaktionen kann Fachpersonen leiten und Eltern entlasten: zu akzeptieren, dass mein Partner, meine Partnerin „anders“ reagiert, ist oft schwer. Das Wissen, dass diese Reaktion für diese Person aber sinnhaft ist, kann helfen.
Christine Kempkes hat zu den ersten Reaktionen eine empfehlenswerte Podcastfolge: Liebevoll trauern #30
Welche der Reaktionen waren für euch ganz zu Beginn prägend? Denken, fühlen, handeln oder vermeiden?
Maria Postel (März 2026)
