„Es ist so viel Liebe übrig“ ist ein Satz von den Eltern, der uns so unter die Haut geht. Die Liebe, die Zuwendung, die Hoffnung, die Freude. All das kann auf den ersten Blick nirgends hin. Also finden die Eltern Wege, diese Liebe auszudrücken. Sich Zeit nehmen für das verstorbene Kind, sich auf eine Sache konzentrieren, sich mit schönen Dingen zu umgeben, etwas zu schaffen.
Wir reden oft von „stolzen Eltern“. Wir kennen das Gefühl, voller Stolz zu erzählen, dass sich ein Kind auf den Weg gemacht hat. Wenn jedoch Eltern erfahren oder erleben, dass ihr Kind einen anderen Weg geht - was passiert mit der Empfindung? Wo geht sie hin, wenn das Leben „weitergeht“? Was wird aus dem Stolz?
Wofür bist du heute dankbar?
Ist die Frage unangemessen bei ein Sterneneltern?
Wir finden nein. Unsere Erfahrung ist, dass es sich lohnt, einen Zeitpunkt am Tag zu haben an dem man innehält und zurückblickt - was war schön?
Angst ist oft eine recht dominante Mitspielerin in der Runde der Trauergefühle und wird oft auch belastend empfunden.
Die Angst lässt die Gedanken kreisen und schaukelt sich hoch, bis wir das Gefühl haben, komplett von ihr umgeben zu sein. Manchmal lohnt es sich, sie genauer anzuschauen und die Gedanken zu Ende zu denken. Die Angst ist aber auch eine hilfreiche Ratgeberin, wenn wir ihr zuhören. Es lohnt sich, sie nicht wegzuschieben!
Dr. med. Esther Schouten ist Ärztin am LMU Klinikum in der Neonatologie. Sie gibt uns in ihrem Interview Einblicke in den Ablauf einer palliativen Geburt. Diese kommt in Frage, wenn Eltern während der Schwangerschaft erfahren, dass ihr Kind eine schwerwiegende Fehlbildung oder Erkrankung hat. Esther erklärt uns Möglichkeiten der Schmerzlinderung des Kindes und Wege den Sterbeprozess zu begleiten.
Andreas Sohn ist vor 18 Jahren geboren. Noch nie hat sie seinen Geburtstag gefeiert. Dieses Jahr soll sich das ändern.
Andrea ist ein wunderbares Zeichen dafür, dass Trauer und Liebe kein Ablaufdatum besitzen. Und dass es nicht zu spät ist, liebevoll an sein verstorbenes Kind zu erinnern.